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Schürfgrube in Gelsenkirchen: Präzise Bodenaufschlüsse für belastbare Baugrundgutachten

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Unter Gelsenkirchen liegt ein komplexes Bodenmosaik aus quartären Sanden und Kiesen der Emscher-Niederterrasse, überlagert von teils meterdicken anthropogenen Auffüllungen aus der Bergbau- und Industrieepoche. Wer auf diesen heterogenen Untergründen plant, stößt mit reinen Ramm- oder Drehbohrungen schnell an Grenzen – denn Bohrkerne in gestörten Auffüllungen zeigen selten das wahre Gefüge. Eine fachgerecht angelegte Schürfgrube (Sondierbohrung) schafft hier Klarheit. Der direkte Einblick in die Schichtenabfolge erlaubt eine Bodenansprache nach DIN EN ISO 14688, die keine Kernkiste leisten kann. In Gelsenkirchener Projekten kombinieren wir diesen Aufschluss häufig mit einer Schottersäulen-Bemessung, wenn gering tragfähige Schichten unterhalb der Gründungssohle verbessert werden müssen.

Eine Schürfgrube in Gelsenkirchen ist mehr als ein Loch im Boden – sie ist der einzige Weg, um das städtische Bodenarchiv aus Bergbau und Industrie direkt zu lesen.

Vorgehen und Leistungsumfang

Ein typischer Fehler auf Gelsenkirchener Baustellen ist die Annahme, dass ein locker gelagerter Auffüllungshorizont in zwei Metern Tiefe überall gleichmäßig ansteht. Die Realität in einer Stadt mit über 150 Jahren Bergbaugeschichte sieht anders aus: alte Fundamentreste, verschüttete Keller und verfüllte Tagesbrüche erzeugen kleinräumig völlig unterschiedliche Untergrundverhältnisse. Eine Schürfgrube macht diese Diskontinuitäten sichtbar, bevor der Bagger sie ungeplant freilegt. Unser Team beprobt dabei gezielt die Grenzschichten und entnimmt gestörte sowie ungestörte Proben für weitere Laborversuche. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Definition der Homogenbereiche nach VOB/C DIN 18300 ein und bilden die Grundlage für eine realistische Böschungsstabilität-Berechnung bei tieferen Baugruben im Lockergestein.
Schürfgrube in Gelsenkirchen: Präzise Bodenaufschlüsse für belastbare Baugrundgutachten
Technisches Referenzbild — Gelsenkirchen

Lokaler geotechnischer Kontext

Die VOB/C DIN 18300:2019-09 fordert für Erdarbeiten eine klare Einstufung der anstehenden Böden in Homogenbereiche. In Gelsenkirchen ist das mit reinen Sondierungen oft nicht leistbar, weil die wechselhafte Zusammensetzung der Auffüllungen – von Bauschutt über Schlacke bis zu Industrieschlämmen – keine kontinuierlichen Bohrprofile liefert. Eine Schürfgrube deckt diese Wechsel in ihrer räumlichen Ausdehnung auf. Das Risiko, eine alte Fundamentplatte zu übersehen, die später eine teure Umplanung der Tiefgründung erzwingt, sinkt damit erheblich. Gerade im Umfeld ehemaliger Zechenstandorte wie Consolidation oder Nordstern kann eine nicht erkundete Hohlraumverfüllung zu einem plötzlichen Verbruch im offenen Verbau führen. Deshalb empfehlen wir in diesen Arealen stets eine ergänzende MASW-Messung, um die Scherwellengeschwindigkeit des Untergrundes zu bestimmen und verdachtsfreie Zonen von potenziellen Schwächebereichen abzugrenzen.

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Video-Überblick

Technische Daten

ParameterTypischer Wert
AufschlusstiefeBis 3,0 m (gängig); bei verbauter Grube bis 6,0 m möglich
BodenanspracheDIN EN ISO 14688-1:2018 (visuell-manuell vor Ort)
ProbenentnahmeGestörte Proben (Eimer) und ungestörte Sonderproben (Ausstechzylinder)
DokumentationFotodokumentation jeder Schicht, Aufmaß mit Laserdistanzmesser
ArbeitssicherheitDIN 4124 für Gräben >1,25 m; Verbau ab 1,75 m Tiefe
VerfüllungLagenweise verdichtet mit Nachweis der erreichten Dichte (DIN 18125-2)
KombinationsversucheRammsondierung DPH/DPL neben der Grube zur Korrelation von Lagerungsdichte und Spitzenwiderstand

Ergänzende Leistungen

01

Schichtenaufnahme und Probenahme

Detaillierte fotografische und zeichnerische Dokumentation der freigelegten Wand. Entnahme repräsentativer Bodenproben für die weiterführende Laboranalytik, etwa zur Bestimmung der Korngrößenanalyse oder der Zustandsgrenzen.

02

Sicherung und Verbau

Fachgerechte Aussteifung der Grube mit Stahl- oder Holzverbau gemäß DIN 4124, abgestimmt auf die lokale Kohäsion der Gelsenkirchener Sande und den anstehenden Grundwasserstand. Inklusive Freigabe durch den verantwortlichen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator.

03

Geotechnischer Kurzbericht

Zusammenfassung der Aufschlussergebnisse mit Schichtenprofilen, Bodenklassifikation und ersten Kennwerten wie Lagerungsdichte und Konsistenz. Dieser Bericht dient als belastbare Grundlage für die Ausschreibung der Erdarbeiten und die Planung von Fundamenten.

Referenznormen

DIN EN ISO 22475-1:2022-02 (Aufschlussverfahren), DIN EN ISO 14688-1:2018-05 (Bodenansprache), DIN 4124:2012-01 (Baugruben und Gräben), VOB/C DIN 18300:2019-09 (Erdarbeiten)

Fragen und Antworten

Was kostet eine Schürfgrube in Gelsenkirchen?

Die Kosten für eine normgerechte Schürfgrube liegen typischerweise zwischen €410 und €780, abhängig von der notwendigen Tiefe, dem Aufwand für einen möglichen Verbau und der Anzahl der zu entnehmenden Proben. Eine flache Grube von 1,50 m Tiefe im gewachsenen Sand ist günstiger als eine 3,00 m tiefe Grube in verbauter Ausführung durch heterogene Auffüllungen.

Ab welcher Tiefe muss die Schürfgrube verbaut werden?

Nach DIN 4124 ist ab einer Tiefe von 1,25 m ein Verbau vorgeschrieben, wenn die Wand nicht ausreichend standsicher abgeböscht werden kann. In Gelsenkirchen ist der anstehende Sand bei Wasserzutritt oft nicht ausreichend bindig, sodass wir ab 1,75 m Tiefe grundsätzlich einen Leichtverbau vorsehen.

Welche Genehmigungen sind für eine Schürfgrube in Gelsenkirchen nötig?

Auf privaten Baugrundstücken ist in der Regel keine öffentlich-rechtliche Genehmigung erforderlich, solange die Grube nur temporär offen bleibt. Anders sieht es im öffentlichen Straßenraum aus, wo eine Aufbruchgenehmigung der Stadt Gelsenkirchen nötig ist. Zudem muss vor dem Aushub eine Leitungsabfrage bei den Stadtwerken Gelsenkirchen und anderen Spartenträgern erfolgen.

Kann man aus einer Schürfgrube ungestörte Bodenproben entnehmen?

Ja, das ist einer der großen Vorteile. Mit Ausstechzylindern lassen sich aus der Sohle oder den Seitenwänden ungestörte Proben gewinnen, die im Labor die Bestimmung von Steifemoduln, Durchlässigkeitsbeiwerten und Scherparametern ermöglichen. Bei Bohrverfahren ist dieser Probentyp in rolligen Böden oft nicht zu gewinnen.

Wie lange bleibt die Grube für die Untersuchung geöffnet?

In der Regel wird die Schürfgrube am selben Tag ausgehoben, dokumentiert und wieder verfüllt. Die Arbeiten vor Ort dauern etwa zwei bis vier Stunden, abhängig vom Umfang der Probenahme und der Komplexität der Schichten. Eine längere Offenhaltung ist nur bei speziellen Pumpversuchen oder Sickertests nötig.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Gelsenkirchen und seinem Großraum.

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