Unter Gelsenkirchen liegt ein komplexes Bodenmosaik aus quartären Sanden und Kiesen der Emscher-Niederterrasse, überlagert von teils meterdicken anthropogenen Auffüllungen aus der Bergbau- und Industrieepoche. Wer auf diesen heterogenen Untergründen plant, stößt mit reinen Ramm- oder Drehbohrungen schnell an Grenzen – denn Bohrkerne in gestörten Auffüllungen zeigen selten das wahre Gefüge. Eine fachgerecht angelegte Schürfgrube (Sondierbohrung) schafft hier Klarheit. Der direkte Einblick in die Schichtenabfolge erlaubt eine Bodenansprache nach DIN EN ISO 14688, die keine Kernkiste leisten kann. In Gelsenkirchener Projekten kombinieren wir diesen Aufschluss häufig mit einer Schottersäulen-Bemessung, wenn gering tragfähige Schichten unterhalb der Gründungssohle verbessert werden müssen.
Eine Schürfgrube in Gelsenkirchen ist mehr als ein Loch im Boden – sie ist der einzige Weg, um das städtische Bodenarchiv aus Bergbau und Industrie direkt zu lesen.
Fragen und Antworten
Was kostet eine Schürfgrube in Gelsenkirchen?
Die Kosten für eine normgerechte Schürfgrube liegen typischerweise zwischen €410 und €780, abhängig von der notwendigen Tiefe, dem Aufwand für einen möglichen Verbau und der Anzahl der zu entnehmenden Proben. Eine flache Grube von 1,50 m Tiefe im gewachsenen Sand ist günstiger als eine 3,00 m tiefe Grube in verbauter Ausführung durch heterogene Auffüllungen.
Ab welcher Tiefe muss die Schürfgrube verbaut werden?
Nach DIN 4124 ist ab einer Tiefe von 1,25 m ein Verbau vorgeschrieben, wenn die Wand nicht ausreichend standsicher abgeböscht werden kann. In Gelsenkirchen ist der anstehende Sand bei Wasserzutritt oft nicht ausreichend bindig, sodass wir ab 1,75 m Tiefe grundsätzlich einen Leichtverbau vorsehen.
Welche Genehmigungen sind für eine Schürfgrube in Gelsenkirchen nötig?
Auf privaten Baugrundstücken ist in der Regel keine öffentlich-rechtliche Genehmigung erforderlich, solange die Grube nur temporär offen bleibt. Anders sieht es im öffentlichen Straßenraum aus, wo eine Aufbruchgenehmigung der Stadt Gelsenkirchen nötig ist. Zudem muss vor dem Aushub eine Leitungsabfrage bei den Stadtwerken Gelsenkirchen und anderen Spartenträgern erfolgen.
Kann man aus einer Schürfgrube ungestörte Bodenproben entnehmen?
Ja, das ist einer der großen Vorteile. Mit Ausstechzylindern lassen sich aus der Sohle oder den Seitenwänden ungestörte Proben gewinnen, die im Labor die Bestimmung von Steifemoduln, Durchlässigkeitsbeiwerten und Scherparametern ermöglichen. Bei Bohrverfahren ist dieser Probentyp in rolligen Böden oft nicht zu gewinnen.
Wie lange bleibt die Grube für die Untersuchung geöffnet?
In der Regel wird die Schürfgrube am selben Tag ausgehoben, dokumentiert und wieder verfüllt. Die Arbeiten vor Ort dauern etwa zwei bis vier Stunden, abhängig vom Umfang der Probenahme und der Komplexität der Schichten. Eine längere Offenhaltung ist nur bei speziellen Pumpversuchen oder Sickertests nötig.