Die ZTV E-StB 17 fordert für jede künstlich verdichtete Lage im Erdbau einen Nachweis des Verdichtungsgrads, und in Gelsenkirchen ist diese Anforderung wegen der heterogenen Untergrundverhältnisse besonders ernst zu nehmen. Die Stadt liegt im Emscherland, wo Auenlehme, Sande und Kiese in unregelmäßiger Schichtenfolge mit anthropogenen Auffüllungen aus über 150 Jahren Bergbau- und Industriegeschichte wechseln. Wer hier ein Bauwerk, eine Straße oder einen Kanaldamm errichtet, braucht eine prüffähige und normenkonforme Felddichtebestimmung, die vor Ort und ohne aufwendige Laborlogistik auskommt. Das Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 liefert genau diesen direkten Nachweis des Trockenraumgewichts in-situ und ist in Gelsenkirchen das bevorzugte Verfahren, wenn feinkörnige und gemischtkörnige Böden zu beurteilen sind, bevor die nächste Lage aufgebracht wird. Ergänzend bieten wir für rollige Böden unterhalb des Grundwasserspiegels den CPT-Versuch an, um die Lagerungsdichte indirekt zu profilieren.
Die Sandkegelmethode bleibt das Referenzverfahren, wenn es um die direkte Bestimmung des Trockenraumgewichts in feinkörnigen, bindigen Böden geht.
Referenznormen
DIN 18125-2:2020-11 – Bestimmung der Dichte des Bodens – Feldversuche, Teil 2: Sandkegelverfahren, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN 18127:2012-09 – Proctorversuch – Grundlage für den Sollwert der Felddichtebestimmung, TP BF-StB, Teil B 8.2 – Technische Prüfvorschriften zur Dichtebestimmung mit Sandkegel
Fragen und Antworten
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Gelsenkirchen?
Für eine einzelne Prüfung in Gelsenkirchen und Umgebung liegen die Kosten je nach Anzahl der Messstellen und Anfahrt zwischen €100 und €120 pro Punkt. Bei größeren Messkampagnen mit mehr als zehn Punkten pro Tag reduzieren sich die Stückkosten. Das Angebot umfasst die vollständige Dokumentation inklusive Prüfprotokoll und Verdichtungsgradberechnung.
Für welche Bodenarten ist das Sandkegelverfahren geeignet?
Das Verfahren ist ideal für feinkörnige und gemischtkörnige Böden mit einem Größtkorn bis 31,5 mm, also für Auenlehme, Geschiebemergel, Löss und sandige Schluffe, wie sie in Gelsenkirchen typisch sind. Bei grobkörnigen Böden mit viel Kies oder Schotter weichen wir auf den Plattendruckversuch oder das Ersatzverfahren mit Flüssigkeitsvolumenmessung aus.
Wie viele Messpunkte pro verdichteter Lage sind erforderlich?
Die ZTV E-StB 17 gibt in Abhängigkeit von der Fläche und der Homogenität des Bodens Richtwerte vor. Für Leitungsgräben in Gelsenkirchen empfehlen wir mindestens einen Punkt alle 25 m Grabenlänge pro Lage; bei flächigen Auffüllungen ab 500 m² sind drei bis fünf Punkte pro Lage und Fläche üblich. Der genaue Prüfplan wird mit dem Bauherrn und dem Baugrundgutachter abgestimmt.
Ist das Sandkegelverfahren auch bei Regen durchführbar?
Die Prüfung ist bei Niederschlag problematisch, weil der Prüfsand feuchtigkeitsempfindlich ist und verklumpen kann. In Gelsenkirchen mit seinen häufigen Schauerwetterlagen planen wir die Einsätze möglichst in Trockenfenstern oder schützen die Messstelle mit einem Prüfzelt. Sollte der Aushub durchnässt sein, muss er vor der Wägung schonend getrocknet werden, was die Prüfdauer verlängert.